Navigation und Service

GDA - Arbeitsprogramm MSE

Bewegungsarme Tätigkeiten

Von bewegungsarmen Tätigkeiten spricht man, wenn die Tätigkeit an sich zu wenig oder keine dynamische Bewegung erlaubt. Im Gegensatz zu erzwungenen Körperhaltungen, die auch als Zwangshaltungen bezeichnet werden, können die Beschäftigten jedoch jederzeit die Tätigkeit wirksam unterbrechen oder einen Belastungswechsel vornehmen.

Wer ist betroffen?

Bewegungsarme Tätigkeiten werden überwiegend im Sitzen ausgeübt. Betroffen sind in erster Linie Beschäftigte mit Sitzarbeitsplätzen im Büro, auf Verkehrsmitteln und in der Produktion.

Wann spricht man von einer Gefährdung?

Unser Muskel-Skelett-System ist auf Bewegung und damit Belastungswechsel angewiesen. Bewegungsmangel bremst den Stoffwechsel des Muskel-Skelett-Systems und führt zu einer Unterforderung. Eine eindeutige kritische Grenze lässt sich allerdings nicht festlegen. Sitzt eine beschäftigte Person mehr als zwei Stunden ohne eine wirksame Pause ist in jedem Fall von einer Gefährdung auszugehen. In diesem Fall entspricht die bewegungsarme Tätigkeit einer Zwangshaltung.

Welche Beschwerden können auftreten?

Bewegungsmangel kann zu statischen Muskelbeanspruchungen führen, da die Haltemuskulatur aktiviert bleibt und lediglich die dynamischen Komponenten fehlen. Mögliche Folgen sind Muskelermüdung und schmerzhafte Muskelverspannungen. Sie treten in erster Linie im Rücken oder im Schultergürtel auf und schränken die Leistungsfähigkeit ein. Wird eine bewegungsarme Tätigkeit dauerhaft ausgeführt, kann sie schmerzhafte funktionelle Einschränkungen des Bewegungsapparats hervorrufen. Wegen der körperlichen Inaktivität senkt Bewegungsmangel zusätzlich die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems, die meist unangemessen hohe Energiezufuhr kann zu Übergewicht und Stoffwechselstörungen wie Diabetes führen.

Handlungsempfehlungen:

  • Stellen Sie sicher, dass die Gefährdungsbeurteilung von einer fachkundigen Person durchgeführt wird.
  • Erfassen Sie bei der Gefährdungsbeurteilung Arbeitsplätze mit Bewegungsmangel.
  • Gestalten Sie Arbeitsplätze und Tätigkeiten so, dass die aktive Bewegung der Beschäftigten möglich oder – noch besser – gefördert wird.
  • Beschaffen Sie höhenverstellbare Schreib- oder Arbeitstische, die auch im Stehen genutzt werden können.
  • Unterweisen Sie Ihre Beschäftigten regelmäßig, wie sie Bewegungsmangel vermeiden können.
  • Bieten Sie Bewegungspausen und Sportangebote an und ermöglichen Sie Ihren Beschäftigten die Teilnahme.
  • Gehen Sie als Führungskraft mit gutem Beispiel voran!
  • Bieten Sie Ihren Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge an.
  • Vermeiden Sie bewegungsarme Tätigkeiten über längere Zeiträume.
  • Stehen Sie, wenn Sie sitzend tätig sind, immer mal wieder auf. Führen Sie Tätigkeiten auch im Stehen durch, zum Beispiel an Ihren höhenverstellbaren Schreibtisch.
  • Machen Sie regelmäßig Bewegungspausen.
  • Nutzen Sie die Präventionsangebote Ihres Betriebs.
  • Nutzen Sie die arbeitsmedizinische Vorsorge.
  • Handeln Sie so, wie Sie es in den Unterweisungen und Einweisungen gelernt haben.
  • Versuchen Sie, Ihre Tätigkeiten abwechslungsreich zu gestalten.
  • Treiben Sie im Betrieb oder in der Freizeit Ausgleichssport.
09.03.2016

Diese Seite

BGW online (Link zur Startseite)