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GDA - Arbeitsprogramm MSE

Ganzkörper-Vibrationen

Beim Arbeiten an Maschinen können Erschütterungen oder Stöße mechanische Schwingungen auslösen. Aber auch in Fahrzeugen können diese Humanschwingungen auftreten. Gelangen die Schwingungen über das Gesäß oder die Füße in den Körper, spricht man von Ganzkörper-Vibrationen, werden sie über die Hände übertragen von Teilkörper-Vibrationen (siehe Hand-Arm-Vibrationen). Besonders belastend sind Vibrationen, wenn die Tätigkeit im Sitzen erfolgt: Sie wirken direkt auf die Lendenwirbelsäule ein.


Wer ist betroffen?

Fahrerinnen und Fahrer von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, Baustellenfahrzeugen und Baumaschinen sind Ganzkörperschwingungen besonders häufig ausgesetzt, während auf ebenen Fahrbahnen oder im stationären Einsatz kaum gefährdende Belastungen auftreten. Das heißt, wer einen Bus, ein Taxi oder einen Gabelstapler lenkt, kann davon ausgehen, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Wann spricht man von einer Gefährdung?

Die Höhe der Schwingungsbelastung ist abhängig von Intensität, Frequenz und Richtung. Außerdem wird unterschieden, ob die Schwingung harmonisch, zufällig (stochastisch) oder stoßartig auftritt. Auch Körperhaltung und Dauer spielen eine Rolle. Je ungünstiger die Haltung und je länger der Körper Schwingungen ausgesetzt ist, desto stärker ist die Belastung.

Laut Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen gelten folgende Grenzwerte:
- Auslösewert A(8) = 0,5 m/s2
- Expositionsgrenzwert A(8) = 1,15 m/s2 X- und Y-Richtung und A(8) = 0,8 m/s2 Z-Richtung. Wobei X die Richtung Rücken/Brust beschreibt; Y die Schwingung von Schulter zu Schulter und Z die Fuß-Kopf-Richtung parallel zur Längsrichtung angibt. Der Expositionsgrenzwert darf nicht überschritten werden.

Welche Beschwerden können auftreten?

Werden die Grenzwerte wiederholt und über einen längeren Zeitraum überschritten, kann es zu einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule kommen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann diese als Berufskrankheit anerkannt werden.

Handlungsempfehlungen:

  • Stellen Sie sicher, dass die Gefährdungsbeurteilung von einer fachkundigen Person durchgeführt wird.
  • Erfassen Sie bei der Gefährdungsbeurteilung Art, Ausmaß und Dauer der Schwingungs-Exposition. Außerdem sollten die Arbeitsbedingungen unter die Lupe genommen werden, zum Beispiel niedrige Temperaturen und die Arbeitszeit (länger als acht Stunden). Beachten Sie auch die Herstellerangaben bezüglich der Vibrationsemissionen. Prüfen Sie, ob Sie alternative, schwingungsarme Arbeitsmittel und Ausrüstungen einsetzen können.
  • Wird der Auslösewert überschritten, sollten Sie technische und organisatorische Maßnahmen ergreifen, um die Belastungen zu verringern.
  • Vibrationsarme Fahrzeuge und Geräte einsetzen.
  • Fahrzeuge mit Zusatzausrüstungen ausstatten, z. B. Fahrersitze, die Vibrationen wirksam dämpfen.
  • Fahrzeuge und Geräte regelmäßig warten.
  • Die Beschäftigten im Umgang mit Fahrzeugen, Geräten und Vibrationsschutzmaßnahmen schulen.
  • Die Arbeitszeit begrenzen und die Arbeitszeiten so planen, dass abwechselnd auch Arbeiten ohne belastende Schwingungen ausgeführt werden können.
  • Die Beschäftigten unterweisen.
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge: Wird der Auslösewert überschritten, müssen Sie Ihren Beschäftigten die arbeitsmedizinische Vorsorge schriftlich und persönlich anbieten. Wird der Expositions-Grenzwert überschritten, muss eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge nach der arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung durchgeführt werden, ansonsten dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht weiterarbeiten.
  • Benutzen Sie die Ihnen überlassenen Maschinen, Transportmittel sowie Schutzausrüstungen wie vorgeschrieben.
  • Handeln Sie so, wie Sie es in den Unterweisungen und Einweisungen gelernt haben.
  • Halten Sie die Pausen bzw. die Arbeitszeiten ein.
  • Nehmen Sie die arbeitsmedizinische Vorsorge wahr.
  • Schaffen Sie sich in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrer sitzenden Tätigkeit.
  • Trainieren Sie Ihre Rumpfmuskulatur.
07.10.2015

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