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Stern Auto Gmbh – Center Leipzig

"Kleiner Aufwand, große Wirkung"

"Ich habe gesehen, dass sich unsere Monteure im KFZ-Servicebereich mit den Ersatzteilen immer stärker abmühten", berichtet Stefan Lorber. Beim Räderwechsel etwa. "So ein Komplettrad wiegt auch mal eben 40 Kilo. Die wurden früher in gebückter Haltung bis zum Fahrzeug gerollt – am besten ein Rad rechts und links." Damit ist jetzt Schluss. Acht Transportwagen wurden in den vergangenen Jahren für die Werkstatt gebaut oder angeschafft und intern umgebaut, um sie dem Bedarf in der Werkstatt anzupassen. "Gerade im KFZ-Bereich arbeiten die Kollegen ständig in Zwangshaltungen: über Kopf, gebückt, auf Knien. Alles, was hilft, das zu vermeiden, soll ihnen zur Verfügung stehen." Der Transportwagen sei dabei nur eine Arbeitshilfe unter vielen, so Lorber: "Unsere Strategie ist: Mögliche Gesundheitsrisiken durch die Gefährdungsbeurteilung zu erkennen und passende Maßnahmen zu treffen sowie diese konsequent umzusetzen".

Eckdaten:

  • Autorisierter Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicepartner (KFZ-Werkstatt, Karos-serie und Lack)
  • Dienstleistungen: Verkauf und Reparatur von Fahrzeugen der Marke Mercedes Benz (PKW, Transporter, LKW)
  • Anzahl der Beschäftigten: rund 300
  • Standort: Leipzig/ Sachsen
  • www.mercedes-benz-sternauto-leipzig.de
  • Ansprechpartner: Alexander Tomescheit, Geschäftsführer, Centerleiter Alexander.Tomescheit@sternauto.de
  • Was wurde bewegt? Ausstattung mit Transportwagen, die umgebaut wurden, so dass sie genau zum Bedarf der Beschäftigten in der Werkstatt passen.

Wie bekomme ich alle mit ins Boot?

Die Unternehmensleitung ist fest entschlossen

Die Unternehmensleitung von Stern Auto GmbH, Center Leipzig weiß, dass guter Arbeitsschutz ein kontinuierlicher Prozess ist. Anregungen für Verbesserungen, die sie erhält, werden ernst genommen. "Sie unterstützt uns bei nachhaltigen Vorschlägen in jeder Weise. Ein "Nein" gab es noch nie", berichtet Stefan Lorber. Er ist bei Stern Auto Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragter und verantwortlich für die gewerblich-technische Berufsausbildung. "Ideen tragen Mitarbeiter und ich vier Mal im Jahr im Arbeitsausschuss vor oder wir wenden uns direkt an die Unternehmensleitung", erzählt er. Auch der Transportwagen zählt zu diesen Anregungen. Die Unternehmensleitung war sofort damit einverstanden, gab die Beschaffung frei und hielt die Teamleiter als Unterweisungsverantwortliche an, auf den Gebrauch des neuen Hilfsmittels zu achten.

Alle Führungskräfte sind eingebunden

Neuerungen werden bei Stern Auto im Top-Down-Prinzip umgesetzt: Die Unternehmensleitung informiert die Teamleitungen, die die Einführung des neuen Hilfsmittels in ihren Dienstbesprechungen thematisieren. Als Unterweisungsverantwortliche tragen sie Sorge dafür, dass Veränderungen umgesetzt werden.

Beschäftigte sind eingebunden

"Zu meinen Aufgaben als Fachkraft gehört, dass ich regelmäßig durch die Werkstätten, Büros und Verkaufsflächen gehe. Dort bin ich mit den Leuten im Gespräch, da höre und sehe ich, was ihnen fehlt“, sagt Stefan Lorber. Auf den Rundgängen erhielt er auch die Anregung, Transportwagen in der KFZ-Werkstatt einzusetzen. Nach deren Anschaffung wurden sie von jungen Kollegen in der unternehmenseigenen Ausbildungswerkstatt für den Bedarf in der Werkstatt passend umgebaut sowie weitere neu gebaut.

Wie schaffe ich die notwendigen Voraussetzungen?

Sicherheit und Gesundheit eine Struktur geben

Im Unternehmen Stern Auto GmbH ist der betriebliche Arbeitsschutz systematisch organisiert. Dazu gehört unter anderem, dass das Thema "Arbeitsschutz" bei Dienstbesprechungen auf der Agenda steht, vier Mal im Jahr tagt der Arbeitsschutzausschuss, Gefährdungsbeurteilungen werden regelmäßig aktualisiert und für den Informationsaustausch und Verbesserungsprozess gibt es feste Strukturen. Die Idee, Transportwagen anzuschaffen und für den eigenen Bedarf von den eigenen Auszubildenden umbauen zu lassen, wurde von Stefan Lorber in den Arbeitsschutzausschuss eingebracht. Nachdem die Unternehmensleitung die Anschaffung bewilligt hatte, beauftragte sie Stefan Lorber mit Anschaffung und Umbau der Wagen. Der Umbau der Wagen durch die eigenen Mitarbeiter hat nicht nur dazu geführt, dass die Wagen genau zum Bedarf in der Werkstatt passen. Die Einbindung der Mitarbeiter hat auch für Akzeptanz der Transportwagen gesorgt.

Zeit, Geld, Material und Personal bereitstellen

Für seine Aufgaben als Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) für zwei Betriebsteile steht Lorber ein Drittel seiner Vollzeitstelle zur Verfügung. Mit der Ausbildung eines Mitarbeiters zur Sifa wollte die Unternehmensleitung sicherstellen, dass sie professionell beraten wird, und zwar von jemandem, der Betrieb und Kollegen kennt. Gute Vorschläge, die der Unternehmensleitung gemacht wurden, hat sie in den vergangenen Jahren immer bewilligt und deren Umsetzung bezahlt.

Wie schaffe ich ein gesundheitsförderliches Unternehmensklima?

Klare Botschaften senden

"Die Transportwagen sind zu nutzen." Das war ganz klar die Botschaft der Geschäftsführung an die Beschäftigten. Doch diese Anweisung wurde nicht einfach nur erteilt, sie wurde begleitet. Skepsis der Beschäftigten an den neuen Geräten wurde zugelassen, aber – ganz praktisch – durch das Ausprobieren der neuen Wagen ausgeräumt. Wer dennoch Zweifel hat, dass die Neuerungen von Vorteil sind, findet bei Stefan Lorber ein offenes Ohr. Bei seinen Rundgängen durch den Betrieb, versucht er im kollegialen Gespräch diese Zweifel auszuräumen.

Wie ermutige ich andere zu Veränderungen?

Führungskräfte und Sifa Stefan Lorber engagieren sich, um alle mitzunehmen

Grundsätzlich werden alle Beschäftigten über Neuerungen im Arbeitsschutz auf den Dienstbesprechungen informiert. Dabei setzen die Führungskräfte und Stefan Lorber auf Anschauung und Überzeugung.

"Das mache ich zurzeit mit dem Scherenhubwagen so", erzählt er. Das Gerät soll Beschäftigten erleichtern, schwere Ersatzteile aus einem Gitterkorb in die Lagerregale zu heben. Noch wird das von Hand gemacht. "Dazu müssen sich die Leute bücken, beugen, drehen und schwere Lasten von hinten und unten herausheben – das geht natürlich ins Kreuz." Der Hubwagen hingegen hebe alles auf Hüfthöhe.

Als das neue Gerät auf den Dienstbesprechungen vorgestellt wurde, fiel es erst einmal durch: "Geht schneller ohne!", "Viel zu umständlich!", "Was für ein Aufwand!" Nun wird Lorber den Hubwagen zur Probe anschaffen und einige Kollegen motivieren, ihn zu benutzen. Seine Erfahrung ist: Man braucht Leute, die was vormachen. Dann ziehen die anderen nach. Sobald sie selbst erfahren, wie groß die Arbeitserleichterung ist, setzen sich Änderungen durch.

Was kennzeichnet nachhaltige Maßnahmen?

Einzelmaßnahmen sind in ein wirksames Konzept eingebunden

Systematischer Arbeitsschutz bedeutet beim Stern Auto Gmbh – Center Leipzig: regelmäßig aktualisierte Gefährdungsbeurteilungen (alle zwei Jahre), transparentes Unterweisungssystem (Teamleiter sind verantwortlich) und regelmäßig stattfindende Unterweisungen (einmal jährlich, bei Bedarf häufiger). Gefährdungsbeurteilungen gibt es für einzelne Tätigkeiten, Maschinen und ganze Bereiche. "Arbeitsschutz muss man leben und vorleben", so Lorber. "Unsere Strategie ist daher: Gefährdungsbeurteilungen konsequent umsetzen, regelmäßig aktualisieren oder – bei Bedarf – neu entwickeln."

20.09.2017

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