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Gute Praxis – kurz erklärt

Was zeichnet „Gute Praxis“ aus?
Handeln nach Erfolgsprinzipien wirksamer Präventionsarbeit

Sie wollen etwas für die Gesundheit Ihrer Beschäftigten tun. Jetzt fragen Sie sich: Wie?

Die folgenden fünf "Prinzipien Guter Praxis" wurden von Expertinnen und Experten für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erarbeitet und sollen Ihnen helfen, Präventionsmaßnahmen so zu entwickeln, dass sie akzeptiert werden und wirken können.

Auch bei bereits veranlassten Maßnahmen können Sie prüfen, ob alle Erfolgsprinzipien berücksichtigt wurden oder hier noch Ansatzpunkte zur weiteren Verbesserung liegen.

Der Aufwand lohnt sich! Klug geplante, strategisch umgesetzte Präventionsmaßnahmen kommen Betrieb und Beschäftigten gleichermaßen zu Gute.

Wie bekomme ich alle mit ins Boot?

Geben Sie als Unternehmensleitung Ihren Beschäftigten das klare Signal, dass Ihnen deren Gesundheit wichtig ist und Sie daher Zeit und Geld in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen investieren.

Alle Führungskräfte sollten die betrieblichen Veränderungen aktiv mittragen. Überzeugte Führungskräfte können Beschäftigte besser zu gesundheitsgerechtem Verhalten motivieren.

Beschäftigte kennen ihr Tätigkeitsfeld und damit verbundene Belastungen. Nutzen Sie dieses Wissen auf der Suche nach Lösungen. Beschäftigte sollten von Anfang an eingebunden werden und gesundheitsbewusst mitwirken.

Nutzen Sie das Fachwissen der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin bzw. des Betriebsarztes, um Ihr Vorhaben inhaltlich fundiert bestmöglich durchzuführen.

Prüfen Sie, ob weitere Experten Sie unterstützen können – beispielsweise Ergonomieexperten, Experten der Unfallversicherungsträger, der Krankenkassen oder Fachnetzwerke. Der Blick von außen kann helfen, Arbeitsroutinen zu hinterfragen und Lösungsansätze für Ihre Herausforderungen zu finden.

Erfolgsfaktoren:

  • Die Unternehmensleitung zeigt Veränderungswillen und Entschlossenheit.
  • Alle Führungsebenen werden eingebunden.
  • Beschäftigte werden frühzeitig an der Planung und Umsetzung von Maßnahmen beteiligt.
  • Fachleute für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb werden eingebunden.
  • Weitere Fachleute werden bei Bedarf hinzugezogen.

Wie schaffe ich die notwendigen Voraussetzungen?

Um Veränderungen zu erzielen, helfen passende innerbetriebliche Strukturen, die von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein können. Das reicht von der regelmäßigen Thematisierung von Belastungen und Lösungsansätzen in Teambesprechungen oder im Arbeitsschutzausschuss, über spezielle Arbeitsgruppen bis zur Berufung von Beauftragten für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Prüfen Sie systematisch, wodurch Belastungen entstehen, welche Maßnahmen sie reduzieren können und was dabei zu beachten ist.

Planen Sie Zeit und Geld ein: beispielsweise für die Überprüfung und Umstellung der Arbeitsorganisation, die Anschaffung geeigneter technischer Arbeitsmittel, Schulungen und interne Multiplikatoren sowie möglicherweise auch externe Beratung.

Erfolgsfaktoren:

  • Es gibt Verantwortliche, Gremien und Strukturen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
  • Gefährdungsbeurteilungen werden systematisch durchgeführt: Belastungen werden ermittelt und beurteilt, konkrete Maßnahmen festgelegt und durchgeführt, die Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf nachgesteuert.
  • Ressourcen werden bereitgestellt: personell, materiell, finanziell und zeitlich.

Wie ermutige ich andere zu Veränderungen?

Menschen müssen verstehen, warum sich etwas verändern soll. Daher ist es äußerst wichtig, alle Beschäftigten mitzunehmen und Gruppendynamiken zu berücksichtigen. Bereits einzelne, die Veränderungen ablehnen, können eine Umstellung für alle erschweren. Planen Sie daher Zeit für begleitende Informations- und Schulungsmaßnahmen ein. So werden Bedenken frühzeitig sichtbar und Lösungsansätze können gemeinsam entwickelt werden. Klare Botschaft sollte immer sein: Alle – Führungskräfte wie Beschäftigte – sind gehalten, für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen.

Jede Veränderung braucht Menschen, die sich dafür einsetzen. Solche "Kümmerer" sind Personen, die durch ihr Engagement dazu beitragen, dass Veränderungsprozesse erfolgreich zu Ende geführt werden und nicht auf halber Strecke stecken bleiben.

Erfolgsfaktoren:

  • Es wird deutlich gemacht, warum sich etwas verändern soll.
  • Führungskräfte engagieren sich dafür alle mitzunehmen.
  • "Kümmerer" werden eingesetzt.

Wie schaffe ich ein gesundheitsförderliches Unternehmensklima?

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Wenn Sie gesundheitsbewusstes Verhalten positiv kommentieren und gesundheitsschädigendes Verhalten wann immer nötig korrigieren, prägt das das Unternehmensklima. Präventionsmaßnahmen setzen sich durch, wenn sie kontinuierlich, klar und eindeutig kommuniziert und praktiziert werden.

Ein gesundheitsorientiertes Betriebsklima entsteht, wenn Probleme angesprochen und Anregungen wertschätzend aufgenommen werden und aus Problemen und Fehlern gelernt wird.

Wenn Sie regelmäßig nachfragen, ob es Rückmeldungen zu den Präventionsmaßnahmen gibt, hilft das die Maßnahmen im Bewusstsein zu halten und Anpassungsbedarfe zu erkennen. Dies kann im Rahmen von Beschäftigten-Vorgesetzten-Gesprächen, kollegialen Beratungen oder in Teamsitzungen geschehen.

Erfolgsfaktoren:

  • Führungskräfte übernehmen eine Vorbildfunktion.
  • Es werden klare Botschaften gesendet.
  • Es wird offen und wertschätzend kommuniziert.
  • Sinn und Inhalt der Veränderung werden regelmäßig in Erinnerung gerufen.
  • Mit Problemen und Fehlern wird konstruktiv umgegangen.
  • Es wird nachgefragt, wie Maßnahmen laufen, und dazu Rückmeldungen gegeben.

Was kennzeichnet nachhaltige Maßnahmen?

Die bloße Anschaffung neuer Arbeitsmittel allein reicht oft nicht aus, um Belastungen zu verringern.

Der höhenverstellbare Tisch beispielsweise reduziert einseitige Belastungen durch ständiges Sitzen nur dann, wenn die Beschäftigten zeitweise im Stehen arbeiten. Ebenso wird die neue Hebehilfe, die zu weit entfernt ist oder deren Batterie ständig leer ist, aus genau diesen Gründen nicht genutzt.

Daher empfiehlt sich eine Gesamtstrategie, die beispielsweise die Anschaffung neuer Arbeitsmittel mit Einweisungen bzw. Schulungen kombiniert und eventuell erforderliche Anpassungen von Arbeitsprozessen so lange thematisiert, bis die Nutzung entlastender Arbeitsmittel im Betriebsalltag für alle eine Selbstverständlichkeit ist. Freiwillige Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung können den sinnvollen Bewegungsausgleich oder eine Kräftigung der Muskeln zusätzlich unterstützen.

Erfolgsfaktoren:

  • Einzelne Maßnahmen sind in ein wirksames Gesamtkonzept eingebunden.
  • Maßnahmen der Verhältnis- und Verhaltensprävention werden sinnvoll kombiniert.
  • Beschäftigte werden angemessen unterwiesen und bei Bedarf durch Schulungen befähigt.
  • Maßnahmen sind passgenau für die betroffenen Beschäftigten und Tätigkeiten.
  • Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz werden ggf. durch freiwillige Maßnahmen zur Gesundheitsförderungen ergänzt.Verhältnis- und Verhaltensprävention werden kombiniert und ggf. um gesundheitsfördernde Maßnahmen ergänzt.
20.09.2017

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