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Die ASB-Gesellschaft für soziale Hilfen mbH Bremen

"Drei Tage standen wir im Mittelpunkt. Das tat gut!"

Barbara Greve, seit 19 Jahren beim ASB, über das Seminar "Sich Bewegen – Bewegen von Menschen mit Behinderung". Seit knapp 30 Jahren unterstützt die Bremer ASB- Gesellschaft für soziale Hilfen mbH Menschen mit Behinderungen beim Wohnen, Arbeiten und in ihrer Freizeit. Die Personalfluktuation ist äußerst gering. Ein Großteil der rund 200 Beschäftigten ist mittlerweile zwischen 40 und 50 Jahre alt. "Wir werden gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden alt", scherzt Konrad Seidl, Leiter der Wohnhäuser. "Zugleich sind die Arbeitsanforderungen enorm gestiegen: Die bewältigt man mit 20 anders als mit 50."

Im Jahr 2015 startete die Einrichtung daher das auf drei Jahre angelegte Projekt "Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)". Ein Resultat: das 3-tägige Ergonomie-Training für Beschäftigte. Inhalt: das ressourcenorientierte Bewegen von Menschen mit Behinderung in Theorie und Praxis.

Eckdaten:

  • Einrichtung der Behindertenhilfe mit 5 Wohnhäusern, 1 Tagesförderstätte und Angeboten für betreutes Wohnen
  • Dienstleistungen: Ermöglichung eines eigenständigen und selbstbestimmten Lebens, Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, Begleitung in der Pflege, Freizeitgestaltung, Beschäftigung in arbeitsähnlichen Situationen, Familienunterstützung
  • Anzahl der Kundinnen und Kunden: 222 erwachsene Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Behinderunge
  • Anzahl der Beschäftigten in Voll- und Teilzeit: rund 200
  • Gegründet 1988, Sitz: Hansestadt Bremen
  • www.asb-bremen.de/unsere-dienstleistungen/hilfen-fur-menschen-mit-behinderung
  • Ansprechpersonen: Konrad Seidl, Leiter der Wohnhäuser, E-Mail: konrad.seidl@asb-bremen.de und Kerstin Hogrefe, BGM-Projektgruppenleiterin, E-Mail: kerstin.hogrefe@asb-bremen.de
  • Was wurde bewegt? Einführung von 2 Gruppentrainings über je 3 Tage für insgesamt 28 Beschäftigte

Wie bekomme ich alle mit ins Boot?

Die Unternehmensleitung ist fest entschlossen

Die Geschäftsleitung des ASB steht voll und ganz hinter dem Präventionsprojekt: Es war ja auch ihre Idee! Wie sie darauf kam? "Wir waren immer ein junges Team", erklärt Konrad Seidl, Leiter der Wohnhäuser im ASB. "Jetzt aber sind wir knapp 30 Jahre dabei. Das Älterwerden spielt zunehmend eine Rolle – auch für mich!" Also fragte man sich, was man noch so tun könnte: "Wir wollten etwas haben, was uns für die Zukunft fit macht." 2015 starteten sie das Projekt "Betriebliches Gesundheitsmanagement". Als ein Ergebnis fand 2017 das ergonomische Training statt.

Alle Beschäftigten werden beteiligt

Das Training ist auch das Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung. Ein externer Berater fragte die Beschäftigten, was sie zum gesunden Arbeiten brauchen. Alle Wünsche, Ideen und Kritikpunkte wurden notiert. "Das kam außerordentlich gut an", berichtet Heilerziehungspflegerin Kerstin Hogrefe, die als BGM-Projektgruppenleiterin die Prozesse steuert und organisiert. Auf Grundlage der Vorschläge wurden gemeinsam mit den Teamleitungen BGM-ToDo-Listen erarbeitet: Wie kann das beanstandete Problem verringert oder ganz vermieden werden? Diese Listen arbeitet jedes Team individuell für sich ab. Sobald ein Thema von mehreren Teams angesprochen wird – wie die Rücken- Gelenks- und Muskelschmerzen – sucht die Unternehmensleitung nach einer Lösung für alle. Ergebnis: das 3-tägige Training "Sich bewegen".

Alle Führungskräfte sind eingebunden

Damit alle immer informiert sind und aus Ideen praktische Wirklichkeit wird, hat sich der ASB eine Projektstruktur gegeben. Sie besteht aus einer BGM-Projektgruppe, in der Geschäftsführung, Bereichsleitungen und ausgewählte Beschäftigte übergreifende Themen wie Älterwerden, Prävention von Muskel-, Gelenk- und Rückenbeschwerden oder psychische Belastungen besprechen. Sie trifft sich drei Mal im Jahr.

Wie schaffe ich die notwendigen Voraussetzungen?

Zeit, Geld, Material und Personal bereitstellen

Heilerziehungspflegerin Kerstin Hogrefe wurde für ihre neue Aufgabe als BGM-Projektgruppenleiterin drei Stunden die Woche zusätzlich beschäftigt. In dieser Zeit steuert sie den gesamten Prozess: Sie hat den Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten im Blick und initiiert mit den Verantwortlichen vor Ort u.a. Präventionsmaßnahmen – wie das 3-tägige Training.

Wie ermutige ich andere zu Veränderungen?

Alle finden die geplanten Veränderungen wichtig

Im ASB haben alle Beschäftigten erkannt, dass sie in einem körperlich und psychisch fordernden Beruf gesundheitsgefährdet sein können – und Prävention daher wichtig ist. Der Wunsch nach Unterstützung durch die Geschäftsführung ging demnach auch von den Teams aus. Zur Akzeptanz des gesamten BGM-Prozesses trug bei, dass die Beschäftigten von Anfang an beteiligt waren. Das ergonomische Training war dabei nur ein Schritt in der MSE-Prävention: Im zweiten wurden Hilfsmittel-Startpakete aus Gleit- und Antirutschmatten eingekauft, im dritten Teams vor Ort beraten. So zahlen sich die Veränderungen für alle aus.

Es gibt Kümmerer

Die Rolle übernimmt BGM-Projektgruppenleiterin Kerstin Hogrefe. Sie tauscht sich alle drei Monate mit den Teamleitungen über den Stand der BGM-To-Do-Listen aus: Wie weit sind sie? Brauchen sie Unterstützung? Dabei erfährt sie immer auch, wo der Schuh sonst noch drückt – und kann die Geschäftsführung gebündelt auf die Sorgen und Ideen ansprechen.

Wie schaffe ich ein gesundheitsförderliches Unternehmensklima?

Beharrlich sein, dranbleiben, Feedback geben

Die BGM-To-Do-Listen werden monatlich in Dienstbesprechungen mit den Beschäftigten besprochen, bearbeitet und bei Bedarf um neue Belastungsthemen erweitert. Alle drei Monate erhält die BGM-Projektgruppenleiterin Kerstin Hogrefe die gerade aktuelle Version per Mail oder tauscht sich im persönlichen Gespräch aus. Anlass ist der Stand der BGM-To-Do-Listen, Ziel der kontinuierliche Austausch über Belastungen, Ideen und Erfolge. Es geht darum, miteinander zu sprechen, einander wertzuschätzen und – ganz pragmatisch – eventuelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Um damit die Akzeptanz und Bereitschaft zum längerfristigen Engagement zu fördern.

Was kennzeichnet nachhaltige Maßnahmen?

Einbindung in ein Gesamtkonzept

Um den in Gang gesetzten Prozess langfristig abzusichern, wird das BGM-System 2018 in das bestehende Qualitätsmanagement integriert. Ein Arbeitsinstrument wird die Nutzung der BGM-To-Do-Liste in allen Bereichen der Gesellschaft sein. BGM-Projektgruppenleiterin Kerstin Hogrefe wird 2018 BGM-Beauftragte, die den Prozess gemeinsam mit BGM-verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den verschiedenen Bereichen weiter gestaltet. Dafür wird sie weiterhin drei Stunden die Woche zusätzlich beschäftigt und nimmt an den drei Mal jährlich stattfindenden QM-Steuerungsgruppensitzungen teil, um dort auch übergreifende BGM-Themen miteinzubringen.

20.09.2017

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