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Arbeiten mit hohem Kraftaufwand: So bleiben Beschäftigte gesund

Beschäftigte aller Branchen üben von Zeit zu Zeit Tätigkeiten mit erhöhtem Kraftaufwand aus: Überall werden schwere Pakete und Kisten getragen, voll beladene Transportwagen geschoben oder schwergängige Verschlüsse auf- und zugeschraubt. In der Regel gefährdet es die Gesundheit nicht, in Einzelfällen viel Kraft aufzuwenden. Erst wenn Beschäftigte täglich und wiederholt erhöhte Kräfte einsetzen müssen, können Oberkörper, Schultern, Arme und Hände in Mitleidenschaft gezogen werden.

Betroffen können Beschäftigte sein, die

Detailansicht: Ein Mann klettert an einem Windkraftrad

  • schwer zugängliche Arbeitsstellen erreichen müssen, beispielsweise Kräne, Freileitungsmasten oder Windenergieanlagen. Dazu müssen sie sich abseilen, auf- oder absteigen und dabei über einen längeren Zeitraum ihr eigenes Köpergewicht halten;
  • in KFZ-Werkstätten, im Baugewerbe, in Handwerks- oder Gartenbaubetrieben arbeiten, ihre Hände als Werkzeug einsetzen und mit viel Kraft drücken, stemmen, klopfen, drehen oder hämmern müssen;
  • in KFZ-Werkstätten und Handwerksbetrieben arbeiten und dabei in einer 8-Stunden-Schicht zusammengefasst mehr als eine Stunde über Kopf mit schwerem Werkzeug arbeiten.

Die Häufigkeit der Tätigkeit kann gefährdend sein

Der menschliche Körper ist für einen zeitlich befristeten, hohen Krafteinsatz ausgelegt. Auch in ungünstigen bzw. extremen Positionen kann er Kraft ausüben oder Kräfte, die auf ihn einwirken, gut aushalten. Erst wenn jemand wiederholt Hände und Arme einsetzen muss, um mit Kraft eine Tätigkeit auszuüben, spricht man von einer erhöhten Kraftanstrengung. Dazu gehört auch das Arbeiten über Kopf: Gefühlt sind es manchmal nur ein paar Sekunden. Zusammengerechnet sollten diese Tätigkeiten aber nicht länger als eine Stunde pro Arbeitsschicht betragen.

So können sich Beschäftigte schützen

Viel hängt von dem Einsatz ergonomisch optimierter Hilfs- und Arbeitsmittel ab: Arbeitgeber sollten prüfen, ob durch den Einsatz neuester Technologie die Arbeitsverfahren so gestaltet werden können, dass die Belastung geringer oder ganz behoben wird. Auch sollte die Arbeitsorganisation einen häufigen Wechsel zwischen be- und entlastenden Tätigkeiten ermöglichen, also ein vielfältiges Aufgabengebiet bieten und genügend Pausenzeiten vorsehen. Beschäftigte sollten regelmäßig ermuntert werden, die arbeitsmedizinische Vorsorge wahrzunehmen und im Gebrauch und Einsatz unterstützender Hilfsmittel geschult werden. Eine Möglichkeit dazu bietet der Rückenparcours der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie: An vier computer- und videogestützten Stationen testen Beschäftigte ihr Bewegungsverhalten und lernen anhand der Auswertungen und Analysen alternative Verhaltensmuster kennen.

Weitere Ideen zur MSE-Prävention finden Interessierte in der Produktdatenbank oder sie lassen sich von den Fachkräften für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beraten.

Wer wir sind

Die GDA ist ein strategisches Bündnis aus Bund, Ländern, Kranken- und Unfallversicherungsträgern. In ihrem Arbeitsprogramm „Muskel-Skelett-Erkrankungen“ hat sie sich zur Aufgabe gemacht, die arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen zu minimieren. Ziel ist es, über Aufklärung, Schulungen und Handreichungen die Arbeitsverhältnisse in den Betrieben gesundheitsgerechter zu gestalten und ein gesundes Arbeitsverhalten der Beschäftigten fördern.

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Ansprechpartnerin für die Presse:

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) – Arbeitsprogramm MSE
c/o Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
Frauke Rothbarth, Marketingreferentin
Pappelallee 33/35/37, 22089 Hamburg
Telefon (040) 202 07 - 27 47, Telefax (040) 202 07 - 27 96
E-Mail: frauke.rothbarth@bgw-online.de

24.04.2017

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